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[22.03.2011, 15 Uhr]
ZDF am Pranger: 133 Millionen Euro Schadensersatz gefordert - Hat "Frontal21" durch Falschberichterstattung ein mittelständisches Unternehmen vernichtet? - Kritik an ARD-Meldung

(press1) - Berlin, den 22. März 2011. Die in der Schweiz ansässige Amitelo AG, einst in Deutschland börsennotiert, hat das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) auf Schadensersatz verklagt. In der Klageschrift berechnet die Amitelo AG den von ihr erlittenen Schaden mit 133 Millionen Euro. Entsprechende Berichte des Magazins DER SPIEGEL, der BILD-Zeitung, der ARD und anderer Medien bestätigte der Anwalt der Amitelo AG, Dr. Arthur Waldenberger von der Wirtschaftsrechtskanzlei Waldenberger Rechtsanwälte, heute in Berlin.

Amitelo, ein mittelständischer Konzern mit Tochtergesellschaften unter anderem in Deutschland, der Schweiz und Spanien, war 2007 im Entry Standard der Frankfurter Börse gelistet. Die Gesellschaft hatte sich im Telekommunikationsmarkt auf verschiedene Nischenprodukte und -märkte spezialisiert und war kräftig gewachsen. Zahlreiche Analysten empfahlen die Amitelo-Aktie zum Kauf. Die ZDF-Sendung "Frontal21" berichtete im April 2007 zweimal über die Amitelo AG und stellte diese als zwielichtiges Unternehmen dar. Amitelo habe unzutreffende Erfolgsmeldungen und Falschmitteilungen über seine Geschäfte in die Welt gesetzt. Nahezu alle wesentlichen Informationen, die "Frontal21" verbreitete, waren nach Darstellung von Amitelo jedoch falsch. Schon am Tag nach dem ersten ZDF-Bericht stürzte der Kurs der Amitelo-Aktie um 62% ab. Obwohl das Management alles unternahm, um das Unternehmen zu retten, erholte sich Amitelo nicht mehr von diesem Schlag. Investoren sprangen ab, Kunden wollten mit dem vermeintlich betrügerischen Unternehmen nichts mehr zu tun haben, Banken kündigten die Geschäftsverbindung. Amitelo musste Teile seines Konzerns mit hohem Verlust verkaufen, andere Tochtergesellschaften wurden insolvent. Weit über 100 Arbeitsplätze wurden vernichtet. Schon im Dezember 2010 verklagte die Amitelo AG das ZDF, die verantwortlichen Journalisten und eine mutmaßlich falsche "Zeugin" vor dem Landgericht Hamburg (Aktenzeichen 324 O 636/10) auf Schadensersatz. Amitelo wirft den ZDF-Redakteuren gravierende Recherchefehler vor. Bis zu den jüngsten Presseberichten hatte das ZDF die Klage verschwiegen.

Anwalt Waldenberger erklärte, der Ausgang des Rechtsstreits sei noch völlig offen. Der Fall zeige, welch hohe Schäden Wirtschaftsberichterstattung anrichten könne. Der Anwalt kritisierte die zum Teil polemische Berichterstattung der ARD. Diese hatte zuvor Amitelo als "Börsenzombie" tituliert. Waldenberger: "Eine solche Wortwahl ist hier ebenso wenig hilfreich, wie es die Bezeichnung des ZDF als Zwangs-Bezahlsender wäre. Man darf sich jedoch fragen, weshalb das ZDF den Rechtsstreit so lange verschwiegen hat. Politische Motive kann man nicht ausschließen. Denn wenn das ZDF verurteilt wird, haften alle Rundfunkgebührenzahler für den entstandenen Schaden. Nach der jüngst beschlossenen Gebührenreform wird die Zwangsgebühr pro Haushalt erhoben. Für Fehler des ZDF zahlen also unfreiwillig wir alle. Einer der Hauptverantwortlichen dafür ist der Vorsitzende des Verwaltungsrats des ZDF, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck, derzeit im Wahlkampf." Es sei denkbar, dass die Amitelo-Klage für Beck und das ZDF zum politisch falschen Zeitpunkt komme.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Waldenberger Rechtsanwälte, Kurfürstendamm 45, 10719 Berlin, Tel. 030/88 921 70 10.


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