Dringend - NGO KARUNA fordert bundesweiten Rettungsschirm und Hotelunterbringung für Obdachlose - sofort!

30.03.2020, 11 Uhr


(press1) - Berlin, 30. März 2020 - Die über 100 mitgliederstarke, bundesweit vernetzte KARUNA Sozialgenossenschaft fordert alle deutschen Großstädte auf, einen Rettungsschirm für Obdachlose aufzuspannen und alle Obdachlosen regional unmittelbar in Hotels unterzubringen "Wenn die Kommunen jetzt nicht richtig handeln, riskieren wir den Tod von vielen obdachlosen Menschen in Deutschland." Jörg Richert, Vorsitzender der NGO KARUNA.

Obdachlose sind durch die Corona-Pandemie besonders gefährdet. Die meisten Menschen ohne festen Wohnsitz leiden durch das Leben auf der Straße unter diversen, oft unbehandelten Vorerkrankungen und unter einem sehr geschwächten Immunsystem.
Die NGO KARUNA weist deshalb jetzt darauf hin, dass eine Corona-Infektion für Obdachlose mit einem sehr viel höheren Sterblichkeitsrisiko behaftet ist - zumal es für die Betroffenen ungleich schwerer sein dürfte, im Notfall die erforderliche medizinische Versorgung zu erhalten.
Die bundesweit mit anderen Organisationen der Obdachlosenhilfe vernetzte Organisation geht in ihren eigenen Notfallplanungen im Infektionsfall von einer deutlich überdurchschnittlichen Mortalitätsrate aus und fordert deshalb nun alle deutschen Großstädte zur sofortigen Reaktion auf: "Abertausende Hotelbetten stehen in den Städten gerade leer, während zur gleichen Zeit 50.000 Obdachlose in Deutschland in akuter Lebensgefahr sind", erläutert Karuna-Vorstand Jörg Richert die Lage und fordert die Kommunen daher auf, unverzüglich, innerhalb der kommenden Tage, für alle Obdachlosen freie Hotelzimmer anzumieten.
Das entsprechende Hilfsangebot sollte für die Obdachlosen freiwillig sein, betont Richert. Nach hunderten von Gesprächen, die er und seine Teams in den letzten Tagen mit Obdachlosen geführt haben, macht er sich um deren Bereitschaft keine Sorgen: "Diese Menschen haben gerade große Angst und die allermeisten würden sich lieber heute als morgen vor dem Ansteckungsrisiko in Sicherheit bringen."
Die bestehenden Notunterkünfte in Deutschland seien gerade aber keine Alternative - schließlich bieten diese in den meisten Fällen mit Mehrbettzimmern oder Schlafsälen keinen Schutz.
Im Ernstfall würden sie die Ausbreitung einer Virusinfektion sogar beschleunigen. In Hotels hingegen können die Betroffenen einzeln untergebracht- und so im Fall einer Erkrankung auch erfolgreich unter Quarantäne gestellt werden. Alle BewohnerInnen sollten dann vorsorglich, auch wenn sie noch symptomfrei sind, in den Hotels auf COVID-19 getestet werden.
In mehreren Städten hat KARUNA in den letzten Tagen mit Hotelbetreibern gesprochen - sie signalisierten durchweg ihre Bereitschaft, sofort und unmittelbar Obdachlose aufzunehmen. Die entsprechenden Kosten dafür müssten aber "schnell und unbürokratisch" von den jeweiligen Kommunen getragen werden, so Richert.
Zum akuten Corona-Infektionsrisiko unter den Obdachlosen kommt im Moment zusätzlich noch die Unterversorgung mit dem Lebensnotwendigsten. "Wir kennen die aktuelle Lebenssituation sehr gut", sagt Richert und betont: "Durch die Corona-Pandemie haben die meisten im Moment nicht einmal mehr genug zu essen und zu trinken." Schließlich seien mit der bundesweiten Kontaktsperre auch die wichtigsten Einnahmequellen wie beispielsweise der Verkauf von Straßenzeitungen, das Sammeln von Pfandflaschen und das Betteln abrupt weggefallen. Für Karuna-Vorstand Jörg Richert ist die Lage der Obdachlosen so ernst wie nie zuvor: "Bevor es zu spät ist , müssen wir diejenigen sofort schützen, die keinen Wohnplatz haben, damit sie nicht Opfer der Pandemie werden."

Weitere Informationen und Kontakt:
KARUNA eG
http://karuna.family
Ansprechpartner: Jörg Richert (Vorstand)
Telefon: +49 - 177 - 221 84 32
Email: mailto:coronahilfe@karuna.family


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