diabetes-world.net: Länger leben dank Blutzucker-Selbstkontrolle?

21.07.2005, 11 Uhr


(press1) - News von http://www.diabetes-world.net

Typ-2-Diabetiker, die ihren Blutzuckergehalt regelmäßig messen, haben eine deutlich bessere Lebensqualität und eine höhere Lebenserwartung. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle RoSSO-Studie (Retrolective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in Patients with Type 2 Diabetes). Der positive Effekt der Blutzucker-Selbstkontrolle war in der Studie auch bei Patienten zu beobachten, die kein Insulin spritzten.

Prof. Dr. med. Stephan Martin, Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik in Düsseldorf, stellte die Ergebnisse kürzlich auf dem Diabetes-Kongress der ADA (American Diabetes Association) im kalifornischen San Diego vor. Die retrospektive Beobachtungsstudie verglich das Folgeerkrankungsrisiko sowie die Sterberate von Typ-2-Diabetikern mit und ohne jahrelanger Blutzucker-Selbstkontrolle. Unterstützt wurde die Studie von der Firma Roche Diagnostics.

Ziel: Nachweis des Nutzens der Blutzucker-Selbstkontrolle
Die Forscher hatten mit der Untersuchung ein klares Ziel vor Augen: Man wollte erstmals belegen, dass Typ-2-Diabetiker, die regelmäßig ihren Blutzucker messen, eine günstigere Langzeitprognose haben. Dies ist nun gelungen: anhand der Daten von insgesamt 3268 Patienten aus 192 repräsentativen Hausarztpraxen im gesamten Bundesgebiet, die an der Untersuchung teilgenommen hatten. Bei den Studienteilnehmern war die Diagnose Typ-2-Diabetes im Schnitt 6,5 Jahre vor Beginn der Studie gestellt worden. Die Patienten der ersten Gruppe hatten mindestens ein Jahr lang regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen durchgeführt, die Patienten der zweiten Gruppe nicht. Die Studienleiter werteten aus, in wie vielen Fällen es jeweils im Beobachtungszeitraum zu einem Todesfall oder einem nichttödlichen, wahrscheinlich Diabetesbedingten Krankheitsereignis kam. Hierzu zählten sie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Fußamputation, Erblindung oder die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung.

Mit und ohne Insulintherapie: Sterberaten halbiert
Die Studiendaten ergaben, dass das Erkrankungsrisiko in der Gruppe mit Blutzucker-Selbstkontrolle um etwa ein Drittel reduziert war. Das Sterberisiko im Beobachtungszeitraum lag sogar um etwa die Hälfte niedriger. Auch für die Untergruppe der nicht-insulinpflichtigen Typ-2-Diabetiker war das Erkrankungsrisiko ebenfalls um etwa ein Drittel und das Sterberisiko um rund 40 Prozent vermindert.

Die RoSSO-Studie hat damit gezeigt, dass die Blutzucker-Selbstkontrolle die Langzeitprognose von Menschen mit Typ-2-Diabetes deutlich steigern kann - und zwar unabhängig von der aktuellen Therapie des Patienten.

Fazit: Blutzucker-Selbstmessung motiviert Menschen mit Diabetes zu einem gesünderen Lebensstil
Die Selbstmessung des Blutzuckers sei deshalb, so die Studienleiter, als wichtiger Bestandteil eines modernen Diabetesmanagements bei Typ-2-Diabetes zu werten. Nicht nur könne der Erfolg der ärztlichen Behandlung an den Blutzuckerwerten abgelesen werden. Der Patient könne auch jederzeit und unmittelbar prüfen, welche Nahrungs- und Genussmittel und welche Verhaltensweisen sich günstig oder ungünstig auf seinen Blutzuckerspiegel auswirken. Daher diene die eigenverantwortliche Blutzuckermessung als Motivationsinstrument, das sich positiv auf den Lebensstil des Patienten auswirke und die Betreuung durch den behandelnden Arzt sinnvoll ergänze.


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