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Individuelles Behandlungsziel ermöglicht Schmerztherapie ohne Umwege

(press1) - Initiative Schmerz messen startet neue Kampagne / Studie mit neuen Zielerreichungskriterien belegt: Vorteile für Oxygesic-Patienten / Patient und Arzt gemeinsam zum Therapieerfolg

Hamburg, München, 27./28. September 2005 (dk) - Erfolgreich sei eine Schmerztherapie nur dann, wenn sie tatsächlich zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität betroffener Patienten führe - und zwar ohne Umwege. Mit dieser Begründung forderten führende Schmerzexperten der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) auf einem Pressegespräch der Initiative Schmerz messen in München und Hamburg eine Abkehr von der, für Studienzwecke etablierten Halbierung der Schmerzintensität, dem standardisierten Behandlungsziel (SBZ). Notwendig sei vielmehr eine klare Ausrichtung der Schmerztherapie auf die Bedürfnisse der Patienten, das jeweilige Individuelle Behandlungsziel (IBZ). Bereits in der Initialphase der Therapie habe dieser Anspruch entscheidenden Einfluss auf die Auswahl der richtigen Analgesie.

Die Experten machten dies am Beispiel einer kontrollierten, prospektiven Beobachtungsstudie mit 443 Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen deutlich: Unter Gabe eines starken Opioids der WHO Stufe-3 (Oxygesic®) erreichten 61,2 Prozent der Patienten ihr Individuelles Behandlungsziel. Ohne oder mit schwachen Schmerzmitteln der Stufen 1 bis 2 bzw. mit anderen Stufe-3 Präparaten erreichten dagegen nur 31,8 Prozent dieses Ziel. Es entspricht als Lebensqualitätsparameter dem Maß an Schmerzen, bei dem sich die Patienten nicht oder nur noch wenig in ihren alltäglichen Tätigkeiten und Bedürfnissen oder in der Berufsausübung beeinträchtigt fühlen. "Für eine Schmerztherapie ohne Umwege ist es daher wichtig, dass von Beginn an und nicht stepp by stepp die richtige Medikation zum Einsatz kommt", erläuterte DGS-Präsident Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe. "Auf diese Weise wird das Leiden der Patienten nicht unnötig verlängert und Lebensqualität möglichst schnell wiederhergestellt."

Kurzfassung (35 Zeilen à 50 Anschläge)

"Viele Schmerztherapien, die sich in kontrollierten klinischen Studien als wirksam erwiesen haben, versagen in der Praxis", so Müller-Schwefe. So gilt in Studien eine Schmerztherapie schon dann als erfolgreich, wenn sie zu einer 50-prozentigen Schmerzreduktion führt. Der DGS-Präsident zeigte jedoch anhand der Ergebnisse einer Untersuchung mit 5.169 Patienten, dass dieses Standardisierte Behandlungsziel (SBZ) nur bei 17,3 Prozent dem für den Patienten entscheidenden Individuellen Behandlungsziel (IBZ) entspricht. Mit dem IBZ definierten die Patienten das Maß an Linderung, das für ein Leben ohne bzw. mit nur geringer schmerzbedingter Beeinträchtigung erforderlich ist. Bei 82,7 Prozent der Patienten wurde mit einer Halbierung der Schmerzintensität (=SBZ) dieses Ziel (=IBZ) verfehlt.

Neues Behandlungskonzept der DGS

Wie mit diesen neuen Studiendaten belegt werden konnte, verläuft die Therapie wesentlich erfolgreicher, wenn man von Beginn an die Behandlung auf das IBZ ausrichtet. "Insbesondere bei chronisch kranken Schmerzpatienten mit oft langjährigem Krankheitsverlauf bildet die Vereinbarung eines Individuellen Behandlungsziels die Grundlage für eine erfolgreiche Partnerschaft", erklärt Müller-Schwefe. Schon beim ersten Arztbesuch werde dabei der aktuelle Schmerz mit der Schmerzskala gemessen und mit dem gleichen Instrument das Individuelle Behandlungsziel definiert: "Auf einer analogen Skala zwischen 10 (größter Schmerz) und 0 (kein Schmerz) zeigt der Patient an, welches Maß an Schmerzlinderung für ihn relevant ist, um ohne Beeinträchtigung ein Leben gemäß den eigenen Interessen und Bedürfnissen führen zu können", erklärte der Experte. Dieser Wert werde dann im Sinne einer gemeinsamen Zielvereinbarung von Arzt und Patient dokumentiert.

"Schmerzen messen, Ziele vereinbaren und Erwartungen treffen", umschreibt Müller-Schwefe die Meilensteine einer "Schmerztherapie ohne Umwege. Indem der Patient das Individuelle Behandlungsziel definiert, unterstützt er seinen Arzt und wird zum Partner, der mitverantwortlich den Therapieverlauf gestaltet".

Bei einer Schmerztherapie, die ohne Umwege zum Individuellen Behandlungsziel führt, kommt es auf die Auswahl des richtigen Analgetikums an. Das verdeutlichte Privat-Dozent Dr. med. Michael Überall anhand der Ergebnisse einer kontrollierten, prospektiven Beobachtungsstudie mit 443 Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen. Ein Teil dieser Patienten war mit einem starken Retard-Opioid der Stufe-3 (Oxygesic®) behandelt worden. Eine zweite Gruppe hatte Schmerzmittel der WHO Stufe-1 (NSAR, Paracetamol, Metamizol, COX-2) und Stufe-2 (Tilidin/Naloxon, Tramadol) bzw. andere Opioide der Stufe-3 (hauptsächlich transdermal) erhalten. Die anfängliche Schmerzintensität lag bei allen Patienten bei einem durchschnittlichen Wert von 7,3 auf der Visuellen Analogskala VAS (0-10).

Studie belegt: Vorteile für Oxycodon Patienten

Es zeigte sich, dass unter Oxygesic® 61,2 Prozent der Patienten ihr Individuelles Behandlungsziel IBZ erreichten. Bei den anderen Behandlungsregimen waren dies nur 31,8 Prozent. In Lebensqualität ausgedrückt bedeutete dies: Fast 80 Prozent der Patienten, die das IBZ erreichten, verbanden damit eine signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität. Sie fühlten sich gar nicht mehr oder nur noch wenig durch Schmerzen in ihren Tätigkeiten und Bedürfnissen beeinträchtigt. Über 50 Prozent der Patienten erreichten mit dem IBZ außerdem eine vollständige oder starke Verbesserung ihrer Arbeitsfähigkeit. "Die Ergebnisse machen deutlich, dass durch Auswahl eines stark wirksamen und flexibel dosierbaren Schmerzmittels, in diesem Fall des Stufe-3 Opioids Oxygesic®, das IBZ deutlich häufiger erzielt und damit die Lebensqualität der Patienten verbessert wird", so Überall.

Bei hoher Schmerzintensität und hohem Chronifizierungsgrad empfahl Überall daher, möglichst früh mit Stufe-3 Opioiden zu therapieren, die in den heute vorliegenden Retard-Formulierungen sehr gut verträglich und gut kontrollierbar seien. Der Experte machte zugleich aber deutlich, dass bisher nur für Oxycodon valide klinische Daten zur Wirksamkeit bei individuellen Behandlungszielen vorliegen. Ein weiterer Vorteil sei die niedrige Einstiegsdosierung (Oxygesic® 5 mg), die eine Anwendung des starken Opiopids direkt nach NSAR ermöglicht. Durch den fehlenden Ceiling-Effekt, das breite Dosisspektrum und die damit verbundenen guten Titrationsvoraussetzungen könne man die Therapie außerdem optimal an die individuelle Schmerzsituation der Patienten anpassen, so Überall.

Initiative Schmerz messen startet neue Kampagne

Dass mit der Ausrichtung der Schmerztherapie auf individuelle Behandlungsziele ein hohes Maß an Aufklärungsarbeit gegenüber Patienten und Ärzten verbunden ist, erklärte Harry Kletzko, Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga. Warum die Therapie auf individuelle Behandlungsziele ausrichten? Wie kann der Schmerzpatient seinen Arzt unterstützen? Wie funktioniert IBZ in der Praxis? Welche Hilfsmittel werden benötigt? Wie kann der Dialog zwischen Arzt und Patient verbessert werden? "All diese Fragen müssen angesichts der neuen Rollenverteilung beantwortet werden", so Kletzko. Aus diesem Grund habe die Deutsche Schmerzliga im Rahmen ihrer Initiative Schmerz messen die Kampagne "Schmerztherapie ohne Umwege" gestartet.

Innerhalb regionaler Patienten- und Ärzteveranstaltungen sowie von Telefonaktionen mit anerkannten Schmerzexperten werden diese Fragen diskutiert und beantwortet. "Wir wollen darüber aufklären, dass durch eine partnerschaftliche Schmerztherapie eine dem Individuellen Behandlungsziel entsprechende Schmerzreduktion möglich ist. Es geht darum, durch eine verbesserte Kommunikation zwischen Arzt und Patient Umwege in der Behandlung zu vermeiden: Der Patient kann so seine Schmerzen klar darstellen. Sein behandelnder Arzt versteht ihn besser. Dies eröffnet die Möglichkeit, gemeinsam so schnell wie möglich zu Behandlungsergebnissen zu kommen, die dem Patienten wieder ein normales Leben ermöglichen - egal, ob er an akuten Schmerzen, zum Beispiel nach einer Verletzung, oder an einem chronisch gewordenen Schmerz, wie zum Beispiel an chronischen Rückenschmerzen leidet. In bundesweiten Einzelaktionen zeigen wir, wie die Partnerschaft methodisch mit Schmerzskala und Tagebuch gepflegt wird", erklärte Kletzko die Inhalte der Kampagne. "Auf diese Weise sollen Schmerzpatienten motiviert und befähigt werden, innerhalb der Behandlung eine aktivere Rolle einzunehmen." Mehr Informationen gibt es für Patienten in einer neuen Broschüre sowie auf der Homepage der Initiative, www.schmerzmessen.de.

Langfassung (163 Zeilen à 50 Anschläge)

Abdruck honorarfrei / Beleg erbeten

Quellen:

Pressegespräch "Initiative Schmerz messen entwickelt Individuelles Behandlungsziel / Neue Kampagne: Arzt macht mobil - Schmerztherapie ohne Umwege", 27. September 2005, Hamburg, 28. September 2005, München.
Veranstaltet von Initiative Schmerz messen: Deutscher Schmerzliga e.V. und Deutscher Gesellschaft für Schmerztherapie e.V., beide Oberursel, unterstützt von Mundipharma, Limburg.

Studie: Individuelle vs. Standardisierte Therapieziele bei der Behandlung von Schmerzpatienten? Ergebnisse einer prospektiven Befragung von 5.169 Patienten mit chronischen Schmerzen, Institut für Neurowissenschaften, Algesiologie und Pädiatrie (IFNAP), Nürnberg, Studienleiter PD Dr. Michael Überall, Nürnberg, Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Göppingen.

Studie: Opti-B-Ox, Institut für Neurowissenschaften, Algesiologie und Pädiatrie (IFNAP), Nürnberg, Studienleiter PD Dr. Michael Überall, Nürnberg, Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Göppingen.

Referenten:

Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, Göppingen; PD Dr. med. Michael A. Überall, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, Nürnberg; Harry Kletzko, Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga e.V., Oberursel.

Herausgeber:

Initiative Schmerz messen
Adenauerallee 18, 61440 Oberursel
www.schmerzmessen.de

Pressekontakt:

Dorothea Küsters Life Science Communications GmbH,
Oberlindau 80-82, 60323 Frankfurt/M,
Jutta Bednarz; Dirk Fischer,
T: 069 / 61 998-15; -23; F: 069 / 61 998-21
bednarz@dkcommunications.de, fischer@dkcommunications.de





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