diabetes-world.net: Diabetes und Allergien

12.05.2005, 11 Uhr


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Von Dr. Katja Renner

Mehr und mehr Menschen leiden unter Allergien. - Allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien, allergische Hautreaktionen oder allergisches Asthma sind auf dem Vormarsch. Schwere allergische Beschwerden mit Atemnot, juckenden Hautausschlägen und Durchfällen gehören immer in die Hand des Arztes. In der Selbstmedikation der leichten Allergie, z.B. des saisonalen Heuschnupfens gibt es für Diabetiker kaum Unterschiede zum Nichtdiabetiker. Nur bei bestehenden schweren Nierenerkrankungen sollten so genannte H1-Antihistaminika nicht angewandt werden. Vorsicht ist auch bei bestehenden Leberfunktionsstörungen geboten. In solchen Fällen empfiehlt sich die Abklärung durch den Arzt. Die Medikamente selbst haben keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.

Was ist eine Allergie?
Eine Allergie ist eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte - eigentlich harmlose - Substanzen, so genannte Allergene, wie beispielsweise Tierhaare, Milben, Nahrungsmittel, Schimmelpilze oder Pollen. Die allergische Reaktion beruht auf der Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der die typischen allergischen Reaktionen wie Jucken, Niesreiz, laufende Nase, Quaddelbildung auf der Haut und tränende Augen erzeugt. Bevor es zu einer allergischen Reaktion kommt, hatte der Körper und somit das Immunsystem mit den Allergenen zuvor meist bereits mehrfach Kontakt. Dieser kann Jahre zurückliegen. In Abhängigkeit der Stärke der Allergie können die Symptome von lästig wie beim Heuschnupfen, bis lebensbedrohlich beim allergischen Schock reichen.

Behandlung der Allergie
Die Medikamente, die zur Therapie der Allergie eingesetzt werden, wirken entweder vorbeugend oder hemmen die Wirkung des Histamins. Sie werden lokal angewendet, wenn nur einzelne Organe betroffen sind, z. B. beim allergischen Fließschnupfen als Nasenspray oder werden als Tabletten, die im gesamten Körper wirken, eingenommen. Zur Vorbeugung allergischer Beschwerden an Augen und Nase stehen

  • Mastzellstabilisatoren als Augentropfen oder Nasenspray zur Verfügung. Sie vermindern, wenn sie frühzeitig und regelmäßig (drei- bis viermal pro Tag) angewendet werden, die Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen. Der volle Wirkungseintritt erfolgt erst nach zwei Tagen.
  • Direkt wirksam gegen die allergischen Beschwerden sind so genannte
    H1-Antihistaminika. Man versteht darunter Stoffe, die die Wirkung von Histamin hemmen. So bleiben die typischen durch Histamin ausgelösten Symptome aus, bzw. werden gemildert. Antihistaminika kommen entweder lokal oder oral zum Einsatz. Im Gegensatz zu den Mastzellstabilisatoren zeichnen sich diese Medikamente durch einen sehr schnellen Wirkungseintritt, nach etwa 15 Minuten bei Anwendung z.B. als Nasenspray oder Augentropfen aus. Wichtige Gegenanzeigen sind Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie und schwere Herzerkrankungen. Obwohl die lokale Anwendung in der Regel gut vertragen wird, sollte bei den genannten Vorerkrankungen zunächst ärztlicher Rat eingeholt werden. Auch bei Leber- und Niereninsuffizienz dürfen einzelne Substanzen nicht eingenommen werden. Einige der älteren Wirkstoffe können müde machen und die Reaktionsfähigkeit einschränken. Die gleichzeitige Einnahme zusammen mit Alkohol sollte unbedingt vermieden werden. Auf die Höhe des Blutzuckerspiegels haben Antihistaminika keinen Einfluss.
  • Kortisonpräparate wie hochdosierte Kortisonhaltige Tabletten, die den Blutzuckerspiegel erhöhen können, werden nur bei schweren Allergien oder kurzfristig zur Behandlung eines allergischen Schocks unter ärztlicher Kontrolle gegeben. Kortisonhaltige Salben werden oft bei allergisch bedingten, äußeren entzündlichen Reaktionen, wie Ausschlägen und Ekzemen eingesetzt. Kortisonsalben wirken in der Regel nur am Ort der Anwendung.
  • Tipps zur Prophylaxe:
    • Meiden Sie bekannte Allergene.
    • Spülen Sie regelmäßig (1-2mal täglich) die Nase mit einer Nasendusche, so werden die Allergene von der Nasenschleimhaut entfernt und die Beschwerden gemildert.
    • Bei Hausstaubmilbenallergie:
      • Entfernen Sie mögliche Staubfänger (Teppiche, Gardinen etc.) und verwenden Sie Matratzenüberzüge.
      • Sorgen Sie für eine gute Durchlüftung der Wohnung (Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent, Temperatur zwischen 14 und 20 °C).

    • Bei Pollenallergie: Die Pollenkonzentrationen sind auf dem Land in den frühen Morgenstunden, in der Stadt in den Abendstunden besonders hoch. Halten Sie sich zu diesen Zeiten möglichst wenig im Freien auf und halten Sie die Fenster geschlossen.
    • Waschen Sie abends bevor Sie zu Bett gehen die Haare.
    • Achten Sie auf Kreuzallergien mit bestimmten Obstsorten.
    • Suchen Sie bei stärkeren, anhaltenden Beschwerden Ihren Arzt auf.



Weitere Informationen:
Deutscher Allergie und Asthma Bund e.V.
Deutsche Atemwegsliga
ADIZ Allergie- Dokumentations- und Informationszentrum
Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind
Deutsche Haut- und Allergiehilfe, Tel.: 0228-367910


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