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Leben retten: 11.2. ist Europäischer Tag des Notrufs
[06.02.18, 15 Uhr]
Leben retten: 11.2. ist Europäischer Tag des Notrufs

Welche Technologie steckt hinter der Notrufnummer?

(press1) - Vierkirchen bei München, 6. Februar 2018: Vor zehn Jahren wurde in Stuttgart erstmals der Europäische Tag des Notrufs begangen. EU-Parlament, -Rat und -Kommission hatten den Aktionstag im Jahr zuvor ins Leben gerufen, um die europaweite Notfallnummer 112 in der Bevölkerung noch bekannter zu machen. Der 11.2. steht dabei für die Ziffern des Euronotrufs "112". Aber welcher technische Aufwand ist eigentlich notwendig, damit auch ein Notruf vom Handy aus jederzeit schnell und zuverlässig die richtige Leitstelle erreicht?

Im Notfall ist unter der Rufnummer 112 in der gesamten Europäischen Union, der EFTA, in Russland, der Ukraine und einigen weiteren Ländern Europas Hilfe erreichbar. Dabei beträgt die durchschnittliche Wartezeit, bis die Leitstellen einen Anruf entgegennehmen, lediglich etwa zehn Sekunden. Nachholbedarf besteht hingegen bei der Übermittlung des Anruferstandorts*. Diese Information ist jedoch ausschlaggebend, um Rettungskräfte schnell auf den richtigen Weg zu bringen. Die Ortsangabe automatisch und sicher zu übermitteln, stellt eine große Herausforderung dar: Ein per Mobiltelefon abgesetzter Notruf muss die richtige Leitstelle erreichen, um schnellstmögliche Hilfe zu gewährleisten. In Deutschland ist hierfür jeder Festnetz- und Mobilfunkanbieter gemäß Telekommunikationsgesetz (TKG) verpflichtet, eine Notruffunktionalität bereitzustellen.

Reservierte Anschlüsse von jedem Handy aus erreichbar
Die zugehörigen Anschlüsse erhalten spezielle, geschützte Nummern, die von regulären Teilnehmeranschlüssen nicht direkt angewählt werden können. Die Telekommunikationsanbieter wandeln eine gewählte 112 in diese reservierten Nummern um und stellen so die Verbindung zur Leitstelle her. Zudem müssen alle Gerätehersteller eine entsprechende Funktionalität auf ihren Endgeräten integrieren, etwa bei Smartphones. Für Handy-Nutzer ist der Notrufdienst unentgeltlich, also auch mit Prepaid-Verträgen ohne Guthaben. Eine PIN-Eingabe ist ebenso überflüssig wie "eigenes" Netz zu haben: Das Mobiltelefon bucht sich gegebenenfalls in ein anderes Netz ein und minimiert dadurch das Problem etwaiger Funklöcher.

Die Notrufweiterleitung innerhalb eines Mobilfunknetzes findet in der Vermittlungsstelle statt. "Von dort werden Antennenstandorte und zugehörige geografische Daten der Rufnummer einer Leitstelle eindeutig zugeordnet", erklärt Georg Kieferl, Leiter Telco Solutions bei MicroNova. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Lösungen, mit denen Mobilfunkbetreiber ihre Netze verwalten können - das ist wichtig, da sich die Funkzugangsnetze durch Ausbau und Optimierungen ständig verändern. Nur so ist eine flächendeckende Notrufversorgung erst möglich.

Bekanntheitsgrad der 112 weiter steigern
Die Funknetze sind technisch bereit, Notrufe optimal weiterzuleiten. Doch nur rund die Hälfte der EU-Bürger weiß überhaupt, dass sie unter der Rufnummer 112 in der gesamten Europäischen Union, der EFTA, in Russland, der Ukraine und einigen weiteren Ländern Europas im Notfall Hilfe rufen kann - und das bereits seit 1991. Neben dem Beschluss eines Aktionstages im Jahr 2007 werden daher EU-seitig zahlreiche Projekte unterstützt, um die Bekanntheit des Euronotrufs weiter zu steigern, darunter eigene Videos und Webseiten.

W-Fragen beachten
Ist die Notrufverbindung erfolgreich hergestellt, gilt es, die passenden Informationen zu übermitteln. Auch hier gelten grenzübergreifend grundsätzlich die fünf "W-Fragen": Wo ist das Ereignis? Wer ruft an? Was ist geschehen? Wie viele Menschen sind betroffen? Welche Rückfragen gibt es? Sind diese Punkte geklärt, müssen Anrufer Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten - bis zum Europäischen Aktionstag der Ersten Hilfe haben die Bürgerinnen und Bürger aber noch etwas Zeit: Er findet am 08. September 2018 statt.


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